Unterschied: Eingängige, zweigängige und mehrgängige Gewinde

Der Unterschied zwischen eingängigen, zweigängigen und mehrgängigen Gewinden

In diesem Blogbeitrag wollen wir auf die Unterschiede zwischen eingängigen, zweigängigen und mehrgängigen Gewinden eingehen und uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Was sind mehrgängige Gewinde? Wann und wo werden mehrgängige Gewinde eingesetzt? Welche Gewindearten sind mehrgängig? Trapezgewinde? Sägegewinde? Metrische ISO-Gewinde?

Was sind eingängige Gewinde? Und was sind mehrgängige Gewinde?

Man kann Gewinde zwischen eingängigen und mehrgängigen Gewinden unterscheiden. Die meisten Gewinde sind eingängig. Es gibt jedoch Ausnahmen. Von einem mehrgängigen Gewinde spricht man, wenn es mehr als einen Gewindeanfang hat. Das Gewinde hat dann mehrere Anschnitte und Gänge aber nur eine Steigung. Mehrere Gewinde laufen dann parallel zueinander. Eingängige Gewinde werden zur Befestigung verwendet. Wohingegen zweigängige und mehrgängige Gewinde zur Bewegungs- oder Kraftübertragung benutzt werden.

Dadurch erreicht man mehr Weg mit weniger Umdrehungen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Als Befestigungsgewinde können sie auch verwendet werden. In diesem Kontext findet man auch die Begrifflichkeiten zweigängiges Gewinde oder doppelgängiges Gewinde.

Mehrgängige Gewinde in der DIN-Norm

In der DIN 103 ist ein mehrgängiges Gewinde folgendermaßen definiert:

„Mehrgängige («-gängige) Gewinde haben das gleiche Profil wie eingängige Gewinde mit der Steigung Ph = Teilung P.  Für die Teilung P der mehrgängigen Gewinde dürfen nur die für die Steigung P (gleich Teilung P) der eingängigen Gewinde zugelassenen Werte gewählt werden. Das Vielfache der Teilung P der mehrgängigen Gewinde braucht jedoch nicht einem für eingängige Gewinde zugelassenen Steigungswert zu entsprechen.“

(Quelle: DIN 103)

Wann und wo werden mehrgängige Gewinde eingesetzt?

Mehrgängige Gewinde hat jeder im Einsatz. Der wohl alltäglichste Gebrauch eines mehrgängigen Gewindes findet sich bei den Schraubdeckeln von Konservengläsern oder Einmachgläsern. Hier handelt es sich um ein Befestigungsgewinde mit mehreren Gängen.

Bei einem mehrgängigen Gewinde, das bei Bewegungsgewinden wie beispielsweise Trapezgewinde und Sägegewinde verwendet wird, möchte man mehr Weg in weniger Umdrehung zurücklegen.

Wie erkenne ich ein mehrgängiges Gewinde?

Wie bereits oben erwähnt, können Sie ein solches Gewinde, anhand der mehreren Anschnitte erkennen.

Welche Gewindeart hat ein mehrgängiges Gewinde?

Die häufigsten Gewindearten, die ein mehrgängiges Gewinde aufweisen, sind das Trapezgewinde (Tr) und das Sägegewinde (S). Bei der Kennung oder Bezeichnung wird ergänzend zu dem Durchmesser und der Steigung auch die Teilung in P bzw. die Anzahl der Gänge angegeben.

Beispielsweise:

  • Tr 32 x 18 P6 (18 : 6 = 3, das bedeutet ein dreigängiges Gewinde). 32 mm ist der Durchmesser. 18 mm ist die Steigung, 6 mm die Teilung.
  • Tr 40×16 P8 (16 : 8 = 2, das bedeutet ein zweigängiges Gewinde)
  • S40x14 P7 (14 : 7 = 2, das bedeutet hier auch ein zweigängiges Gewinde)

Das Prinzip müsste jetzt klar sein.

Überraschenderweise gibt es auch beim metrischen ISO-Gewinde mehrgängige Gewinde. Diese ist in der Norm DIN13-52 definiert.

Beispielsweise:

  • M 24 x 4 P 2 (4 : 2 = 2 Gang Gewinde)

Bei einem zweigängigen Gewinde beginnt bei 180 Grad ein neuer Gewindegang. Bei den dreigängigen Gewinden hingegen bei allen 120 Grad.

Vorteile von mehrgängigen Gewinden

Die Vorteile eines mehrgängigen Gewindes haben wir oben schon etwas angedeutet: Durch eine kleine Umdrehung wird mehr Weg bzw. Abstand zurückgelegt (starke axiale Verschiebung und Bewegungen). Dies macht gerade bei Spindeln mit einer großen Gewindesteigung Sinn.

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