Methoden zur Herstellung von Gewinden

Methoden zur Herstellung von Gewinden

Wir möchten Ihnen in diesem Blogbeitrag die unterschiedlichen Herstellungsformen von Gewinden vorstellen. Gewinde können unter anderem:

      • gefräst
      • geformt
      • gebohrt
      • gewalzt
      • gedreht
      • gerollt und
      • gewirbelt werden.

Sie fragen sich worin der Unterschied liegt, welche Methode besser ist?

 

 

Spanendes und Spanloses Verfahren

Für die Herstellung von Gewinden gibt es unterschiedliche Methoden. Grundsätzlich lassen sich die Methoden der Herstellung in zwei Überkategorien einteilen: Spanendes und Spanloses Verfahren zur Gewindeherstellung. Zum besseren Verständnis folgt eine kurze Übersicht.

Spanendes Verfahren

Bei der Herstellung im Spanenden Verfahren wird Material abgetragen, das in Form von Spänen anfällt. Daraus resultiert auch die Namensgebung. Das Spanende Verfahren kann sowohl manuell als auch maschinell erfolgen. Durch das Abtragen erhält das Werkzeug eine gröbere Oberfläche.

(bohren, fräsen, drehen und wirbeln)

 

Spanloses Verfahren

Beim Spanlosen Verfahren werden demnach keine Späne abgetragen. Das benötigte Gewindeprofil wird ins Werkzeug gedrückt. Dadurch ergibt sich eine glatte Oberfläche und eine höhere Gewindefestigkeit. Beim Spanlosen Verfahren wird die Umformung nochmals in warm und kalt unterschieden.

(formen, walzen und rollen)

 

Schauen wir uns doch die drei gängigsten Methoden zur Gewindeherstellung etwas näher an:

            1. Bohren bzw. schneiden
            2. Fräsen
            3. Formen bzw. furchen

 

1. Gewindebohren bzw. –schneiden

Das Gewindebohren – auch Gewindeschneiden genannt – ist ein Spanendes Verfahren. Der Materialabtrag erfolgt durch stufenförmiges Aufeinanderfolgen der Schneiden.
Bohren in Metall
Schauen Sie sich dazu unser Tutorial an:

Schritt für Schritt Anleitung: Gewindeschneiden / Gewindebohren

Vorteile:

Das Einsatzgebiet ist sehr breitgefächert und der Aufbau der Werkzeuge gestaltet sich sehr einfach. Zudem bei großen Werkstücken mit hohen Durchmessern einsetzbar.

Nachteile:

Bei tieferen Gewinden gibt es Probleme bei der Spanabfuhr. Es besteht die Gefahr, dass man das Gewinde verschneidet.

 

2. Gewindefräsen

Beim Gewindefräsen handelt es sich ebenfalls um ein Spanendes Verfahren. Der Gewindefräser kann ein Innen- sowie Außengewinde fräsen und ist auch bei dünnwandigen Werkstücken anwendbar. Es besteht die Möglichkeit die Bohrungs- und Gewindeherstellung in einem Arbeitsprozess zu tätigen. Der Gewindefräser ist beinah an allen Werkstoffen einsatzfähig.

Vorteile:

Ein Gewindefräser für verschiedene Größen nötig. Es ist nur Werkzeug für Links- und Rechtsgewinde nötig. Keine Probleme mit Spänen oder Werkzeugbruch, da diese mühelos entfernt werden können. Hohe Schnittgeschwindigkeit und Vorschub.

Nachteile:

Es ergeben sich Profilabweichungen bei kleinem Gewindeprofilwinkel und grober Steigung (bspw. Trapezgewinde).

 

3. Gewindeformen bzw. -furchen

Das Gewindeformen bzw. –furchen ist hingegen ein Spanloses Verfahren. Das Gewindeprofil wird durch Verdrängung des Materials hergestellt. Die Umformung erfolgt in einen stufenförmigen Prozess. Das Gewinde hat durch das Formen eine höhere Gewindefestigkeit und bessere Oberfläche, da die Materialfasern ununterbrochen sind.

Vorteile:

Keine Spanbildung. Das Gewindeformen eignet sich für größere Gewindetiefe. Höhere Standzeiten und Schnittgeschwindigkeiten. Das Verschneiden des Gewindes ist ausgeschlossen. Eine glattere und bessere Oberflächenstruktur ist möglich.

Nachteile:

Nicht für alle Werkstoffe anwendbar. Ein Nachschärfen des Werkzeuges ist nicht möglich.

 

Fazit:

Jede Herstellung hat ihre Vor- und Nachteile. Welche Herstellungsart bevorzugt wird, hängt vom Werkstoff, der Härte und der Größe ab.

 

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