Werkzeuge für das Außengewinde: das Schneideisen

Das Schneideisen – Alles zum Schneidwerkzeug für das Außengewinde

In diesem Blogbeitrag lernen Sie alles über die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Schneideisens. Folgende Fragen werden geklärt: Wie wird ein Schneideisen gefertigt? Wo befinden sich die Bohrungen für Halteschrauben, die Durchgangsbohrungen bzw. Spanlöcher, die Gewindezähne sowie der Anschnitt? Wazu dient der Schälanschnitt beim Schneideisen? Welche Werkzeuge benötigen Sie für das Schneideisen?

Beschreibung des Schneideisens

Beim Schneideisen ist der Name Programm: es ist in der Tat ein geformtes Stück Eisen, mit dem man Gewinde in Metall schneiden kann.

Der Zylinder des Schneideisens hat an seiner Mantelseite vier Bohrungen für Halteschrauben und einen Schlitz (V – Nut). Im Inneren sind drei oder mehr Durchgangsbohrungen angebracht, die als Spanlöcher dienen. Im Zentrum befindet sich das Gewindeteil mit den entsprechenden Gewindestegen im Profil der gewünschten Gewindegröße. Am Ende der Stege befindet sich jeweils auf beiden Seiten eine Abflachung. Das ist der sogenannte Anschnitt des Schneideisens.

Wichtigsten Merkmale des Schneideisens

Im folgenden Übersichtsbild sehen Sie alle wichtigen Merkmale eines Schneideisens:

  • Schälanschnitt sorgt für einen vereinfachten Anschnitt und eine gute Spanabfuhr
  • Spanloch
  • Gewindeteil mit Gewindestegen
  • Bohrung für Halteschrauben
  • Form B = vorgeschlitzt mit V-Nut

Fertigungsart des Schneideisens

Ein Rundstab mit entsprechendem Außendurchmesser aus Stahl ist das Ausgangsmaterial. Mit der Eisensäge werden entsprechende Zylinder in der gewünschten Höhe abgesägt. Im weichen Zustand werden die Außenbohrungen, die Innenbohrungen und die V-Nut angebracht sowie die Kontur des Schneideisens angefast. Zuerst aber wird das Kernloch gebohrt und das Innengewinde geschnitten, danach werden dann die Spanlöcher gefertigt. Anschließend wird das Produkt gehärtet. Im harten Zustand wird der Anschnitt geschliffen, die Oberflächen plangeschliffen und die Innenseiten der Spanlöcher geläppt. Anschließend werden die Beschriftungen „aufgelasert“.

Schneideisen: Spanloch, Form B (= vorgeschlitzt) und Schälanschnitt (Vorarbeitsdurchmesser)
Schneideisen: Spanloch, Form B (= vorgeschlitzt) und Schälanschnitt

Schneideisen – Typen

Es gibt verschiedene Typen von Schneideisen, die in der DIN/EN 25968 benannt sind. In der Regel ist das Schneideisen rund und vorschlitzt (Form B). Es gibt aber auch geschlitzte Schneideisen mit und ohne horizontaler bzw. vertikaler Verstellschraube. Diese Ausführungen sind aber im deutschen Markt kaum bedeutsam.

Schneideisen werden aus verschiedenen Materialen gefertigt: HSS Schneideisen zum Schneiden von Stahl bis 800 N/mm2 oder HSSE Schneideisen zum Schneiden von rost- und säurebeständigen Stählen. Diese können durch Nitrieren und Vaporisieren in der Leistung optimiert werden. Es kann aber auch eckige Schneideisen geben oder Schneideisen in Sechskantform (sogenannte Sechskantschneidmuttern zum Nachschneiden von Gewinden oder zum Schneiden von Gewinden an schwer zugänglichen Stellen).

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Anschnitt: Schneideisen können einen beidseitig geraden Anschnitt haben oder einen Schälanschnitt, der die Spanabfuhr verbessert.

Nahaufnahme eines GSR Gustav Stursberg Schneideisens: Schneideisens M5 HSS vor dem Einspannen im Schneideisenhalter Zinkdruckguss

Werkzeuge für das Schneideisen

Um ein Schneideisen einzusetzen, benötige man einen Schneideisenhalter. Es gibt Schneideisenhalter für den Handbetrieb oder Aufnahmen für Schneideisen, die auf einer Drehbank im Reitstock oder im Futter einer Bohrmaschine / Akkuschrauber eingespannt werden. Um einen geraden Anschnitt zu garantieren, werden Führungen im Maß des Vorarbeitsdurchmessers eingesetzt. Mehr Infos zum
Vorarbeitsdurchmessers gibt es hier!

Wie schneide ich ein Außengewinde mit Schneideisen und eingespannten Schneideisenhalter aus Zinkdruckguss

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