Gewinde in der Antike 2 – Olivenöl- und Weinpresse

Im heutigen geschichtlichen Eintrag geht es um landwirtschaftliche Pressen in der Antike und wie Schrauben und Muttern bei der Verwendung von Pressen eine große Rolle spielen.

Öl und Wein waren in der Antike sehr wichtige Rohstoffe. Im Römischen Reich dienten Öl und Wein nicht nur zum Verfeinern von Speisen. Beides konnte in der von Agrarwirtschaft abhängigen Antike zu weiteren Produkten verarbeitet werden. So konnte Öl beispielsweise auch zur Beleuchtung in Öllampen Verwendung finden oder auch zur Parfümherstellung. Währenddessen diente Wein, weiterverarbeitet in Form von Essig, den römischen Soldaten als Erfrischungsgetränk und Desinfektionsmittel.

Beschreibungen und Anleitungen zum Bau von Olivenöl- und Weinpressen finden sich sowohl bei Heron von Alexandria, einem griechischen Mathematiker und Ingenieur (ca. 1. Jhd. n. Chr. – 62 n. Chr.) im dritten Buch der „Mechanik“. Als auch bei dem römischen Gelehrten Plinius der Ältere (ca. 23 n. Chr -79 n. Chr.) in seinem Werk “historia naturalis”. Die dort beschrieben landwirtschaftlichen Geräte weisen verschiedene Konstruktionsvarianten auf. Archäologische Funde von Öl- und Weinpressen zeigen, dass die damaligen Konstruktionsbeschreibungen und die heutigen Modelle kaum voneinander abweichen. Diese sind in kleineren Dörfern und Klöstern im Mittelmeerraum immer noch auffindbar.

Wurden die Pressen ursprünglich noch mit Seilen und Hebeln bedient, galten Schraubenpressen als enormer Entwicklungsprozess. Die Schraube wurde auf der Presse befestigt. Um die Schraube herum befand sich eine Mutter. Abhängig von der Konstruktion, konnte ein Hebel zum Benutzen der Presse entweder an der Mutter oder an der Schraube befestigt werden. Später wurde das Prinzip der Presse kopiert und bei der Münzprägung und dem Buchdruck verwendet.

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